Vertrauensverlust ist das Ende von allem!

Vertrauensverlust ist das Ende von allem!

Es wird sicher nicht oft passieren, dass das kleine Fintech Savedroid mit der systemrelevanten Deutschen Bank in einen Zusammenhang gebracht wird. Was es aber bedeutet, Vertrauen zu verspielen und dann mühsam wieder aufbauen zu müssen, das lässt sich von dieser Bank und auch anderen angeschlagenen Banken lernen. Und dabei geht es nicht nur darum, dass die Banken in kriminelle Betrugsvorfälle verwickelt waren. Es geht um Haltung, es geht um die Behandlung von Kunden, es geht um Vertrauen. Savedroid hat Vertrauen verspielt. Die PR-Aktion von Yassin Hankir ist ein Desaster. Ein Preis für das beste Fintech ist bereits aberkannt, Kommentare wie „sehr drastische Maßnahme, die in der Finanzwelt eigentlich zu weit geht“ oder „schlechte Publicity für ICOs und Kryptowährungen“ zeugen davon.


Hankir hat bei seinem ICO rund 40 Millionen Euro eingesammelt und es dürfte so manchem Anleger ein gehöriger Schreck in die Glieder gefahren sein, als das Unternehmen in der vergangenen Woche in der Versenkung verschwand und erst Stunden später mit der Videobotschaft wieder auftauchte. Der Sinn dahinter erschließt sich offenbar nur dem CEO Hankir. Auf Missstände hinzuweisen ist eine Sache, mit dem Vertrauen von Anlegern zu spielen eine andere. Zehn Jahre nach dem Fall von Lehman Brothers sollten Lektionen gelernt sein. Das gilt für Banken genauso wie für Fintechs. Die Wichtigste: Verspiele kein Vertrauen.

Autor: Inken Schönauer, Chefredakteurin, EURO FINANCE magazin

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