11. April 2022In Interview

"Liebe Marktteilnehmer, schnallen Sie sich besser an" - Fed kämpferisch, EZB nach wie vor zaghaft.

Euro Finance Weekly mit Andreas Scholz über Konjunktur und Geldpolitik. „Die EZB ist sich weiterhin nicht einig. Man kann aber sagen, dass die EZB falkenhafter geworden ist.“ Auch in der Geldpolitik müsse man Kompromisse finden. Über das Sitzungsprotokoll aus dem März: „Das alles liest sich nicht nach einer baldigen Zinsanhebung.“ Ein Grund ist auch der „stagflatorische Schock“. Scholz spricht von einem Dilemma für die EZB vor der nächsten Sitzung im April: „Einerseits fürchtet sie eine deutlich stärkere konjunkturelle Abkühlung, andererseits ist sie mit einer Inflation konfrontiert, die vielleicht sogar Richtung 10 % läuft. Das wird ein Schlingerkurs bleiben.“ Die Fed dagegen zielstrebiger, wenn nicht sogar aggressiver: „Der Feind ist die Inflation. Die Fed ist dabei, die Märkte darauf vorzubereiten. Ein großer Zinsschritt Anfang Mai um 50 Basispunkte ist ausgemachte Sache. Gleichzeitig wird die US-Notenbank ordentlich Luft aus ihrer Bilanz lassen. Liebe Marktteilnehmer, schnallen Sie sich besser an“, so zitiert Scholz abschließend die Chefökonomin bei Grant Thornton, Diane Swonk.